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Berührungsfreie Dichtungen

Die einfachste Form einer berührungsfreien Dichtung ist die Spaltdichtung ˗ ein enger glatter Spalt am Durchtritt der Welle durch das Gehäuse (Bild 1). Diese Dichtungsausführung reicht zur Abdichtung von fettgeschmierten Lagerstellen in trockenen, staubfreien Räumen aus. Die Dichtwirkung des Spalts kann erhöht werden, wenn in der Durchgangsbohrung eine oder mehrere konzentrische Rillen eingebracht werden (Bild 2). Das durch den Spalt austretende Schmierfett lagert sich in den Rillen ab und verhindert das Eindringen von Verunreinigungen.
Bei Ölschmierung und waagerechter Welle können schraubenförmige Rillen in der Durchgangsbohrung oder auf der Welle angebracht werden, die je nach der Drehrichtung der Welle rechts- oder linksgängig ausgeführt sein müssen (Bild 3). Diese Rillen fördern austretendes Öl in die Lagerstelle zurück. Voraussetzung dabei ist allerdings, dass sich die Drehrichtung der Welle nicht ändert.
Ein- oder mehrgängige Labyrinthdichtungen haben eine wesentlich bessere Dichtwirkung als einfache Spaltdichtungen, erfordern jedoch auch einen größeren Fertigungsaufwand. Die Dichtwirkung kann noch gesteigert werden, indem von Zeit zu Zeit ein wasserunlösliches Schmierfett, z.B. einem Lithium-Kalzium-Seifenfett, durch einen Schmierkanal in die Labyrinthgänge eingepresst wird. Die Kanäle der Labyrinthdichtung können axial (Bild 4) oder radial (Bild 5) angeordnet werden, je nach dem Gehäuse, der Ausführung als selbsthaltendes oder nicht selbsthaltendes Lager, den Einbauverfahren, dem verfügbaren Platz usw. Die Breite der axialen Kanäle in dem Labyrinth (Bild 4) bleibt bei einer axialen Verschiebung der Welle im Betrieb unverändert und kann daher sehr klein sein. Wenn im Betrieb Schiefstellungen der Welle gegenüber dem Gehäuse vorkommen, werden Labyrinthe mit abgeschrägten Labyrinthstegen verwendet (Bild 6).
Wirksame und preiswerte Labyrinthdichtungen lassen sich mit handelsüblichen, berührungsfreien Dichtelementen aufbauen, z.B. mit den aus Stahlblech gepressten Dichtungslamellen von SKF (Bild 7). Die Dichtwirkung dieser Labyrinthdichtungen nimmt mit der Zahl der eingebauten Lamellensätze zu oder kann durch Einlegen beflockter Dichtscheiben verstärkt werden. Weitergehende Angaben zu diesen Lamellensätzen sind online im Abschnitt Wellendichtungen zu finden.
Um die Dichtwirkung von berührungsfreien Dichtungen zu verbessern, werden in vielen Fällen zusätzlich Stauscheiben (Bild 8) vorgesehen. Bei Ölschmierung sind dies vor allem auf der Welle angeordnete Spritzringe, Spritzrillen oder Schleuderscheiben. Das abgeschleuderte Öl wird dann in einer Ringnut im Lagergehäuse aufgefangen und in das Gehäuseinnere zurückgeleitet (Bild 9).
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