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Betriebs- und lagerbedingte Schmierfristanpassungen

Betriebstemperaturen
Mit Rücksicht darauf, dass Schmierfette bei höheren Temperaturen rascher altern, muss die aus (Diagramm 1 ermittelte und für Betriebstemperaturen von 70 °C geltende Schmierfrist tf für jeweils 15 °C Temperaturüberschreitung um die Hälfte reduziert werden. In keinem Fall darf dabei aber der obere Grenzwert HTPL für die höchste zulässige Betriebstemperatur des Schmierfetts überschritten werden (Diagramm 2).

Bei Lagertemperaturen unter 70 °C kann die Schmierfrist tf verlängert werden, sofern die Betriebstemperatur nicht den empfohlenen Grenzwert LTPL für die tiefste zulässige Betriebstemperatur unterschreitet (Diagramm 2). In keinem Fall empfiehlt es sich, die Schmierfrist tf auf mehr als das Doppelte auszudehnen.

Bei vollrolligen Lagern und Axial-Rollenlagern sollten die aus tf ermittelten Schmierfristen (Diagramm 1) nicht verlängert werden. Von Schmierfristen über 30 000 Betriebsstunden ist grundsätzlich abzuraten.
Senkrechte Wellen
Für Lager mit vertikalen Wellen müssen die Intervalle aus Diagramm 1 halbiert werden.

Eine gute Abdichtung oder eine Stauscheibe unterhalb des Lagers sind Voraussetzung, um Fettaustritt aus der Lagerstelle zu verhindern.
Schwingungen
Mäßige Schwingungen haben keinen negativen Einfluss auf die Fettgebrauchsdauer. Starke Schwingungen oder Stoßbelastungen, wie z.B. bei Schwingsieben, verändern dagegen das Fettgefüge. In diesen Fällen müssen die Schmierfristen reduziert werden. Wenn ein Schmierfett zu weich wird, muss es gegen ein Fett mit höherer mechanischen Stabilität, z.B. das Wälzlager-Schmierfett SKF LGHB 2, ausgetauscht werden oder es muss ein Fett mit festerer Konsistenz bis maximal NLGI 3 verwendet werden.
Verunreinigungen
Wenn ein Eindringen von Verunreinigungen in die Lagerstelle nicht ausgeschlossen werden kann, werden kürzere als die ermittelten Schmierfristen empfohlen. Dadurch kann den negativen Auswirkungen der Fremdkörper auf das Schmierfett begegnet und die Gefahr von Beschädigungen an den Laufbahnen durch Überrollen dieser Fremdkörper verringert werden. Flüssige Verunreinigungen, wie Wasser oder Prozessflüssigkeiten, machen ebenso kürzere Schmierfristen erforderlich. Bei sehr starker Verunreinigung sollte eine kontinuierliche Nachschmierung in Betracht gezogen werden.
Sehr niedrige Drehzahlen
Bei langsam umlaufenden Lagerungen hängt die spätere Betriebsbewährung in hohem Maße von der Art und Menge des ausgewählten Fettes ab. Lager, die mit niedrigen Drehzahlen umlaufen und leicht belastet sind, sollten mit einem Fett weicher Konsistenz geschmiert werden. Wenn sie jedoch hohen Belastungen ausgesetzt sind, ist ein Fett festerer Konsistenz, möglichst noch mit guten EP-Eigenschaften, erforderlich.

Zusätze von Festschmierstoffen, wie Graphit oder Molybdändisulfid (MoS2) können für Drehzahlkennwerte A < 20 000 mm/min geeignet sein.
Hohe Drehzahlen
Bei Lagern, die mit Drehzahlen oberhalb der in Tabelle 1, empfohlenen Grenzwerten für den Drehzahlkennwert A umlaufen, gelten die aus Diagramm ermittelten Schmierfristen nur dann, wenn Spezialschmierfette oder Lager besonderer Ausführung, wie z. B. Hybridlager verwendet werden. In solchen Lagerungsfällen sind anstelle Fettschmierung, kontinuierliche Schmierverfahren, wie die Ölumlaufschmierung oder die Öl-Luft-Schmierung, wesentlich besser geeignet.
Sehr hohe Belastungen
Bei hochbelasteten Lagerungen (C/P < 4), die mit Drehzahlen entsprechend einem Drehzahlkennwert A > 20 000 mm/min umlaufen, müssen die Schmierfristen reduziert werden. In diesen Fällen wird eine kontinuierliche Nachschmierung oder Ölbadschmierung empfohlen.

Für Lagerungen mit Drehzahlen entsprechend A < 20 000 mm/min und Belastungen entsprechend C/P = 1–2 gelten die obigen Hinweise unter Sehr niedrige Drehzahlen.

Bei hohen Belastungen und hohen Drehzahlen empfiehlt SKF normalerweise Ölumlaufschmierung mit Rückkühlung.
Sehr niedrige Belastungen
Wenn die Belastungen gering sind, C/P = 30 bis 50, können in vielen Fällen die Schmierfristen verlängert werden. Um einen zuverlässigen Betrieb sicherzustellen, muss auf die Lager aber stets eine bestimmte Mindestbelastung wirken, wie in den einzelnen Produktabschnitten angegeben.
Schiefstellungen/Fluchtungsfehler
Schiefstellungen mit gleichbleibender Lage der Wellen- und Gehäuseachse innerhalb der zulässigen Grenzwerte beeinflussen die Fettgebrauchsdauer bei Pendelrollenlagern, Pendelkugellagern und CARB Toroidalrollenlagern nicht negativ.
Großlager
Zur Bestimmung geeigneter Schmierfristen für Rollenlager, vor allen aber für Großlager d > 300 mm, insbesondere in kritischen Lagerungen der Verfahrenstechnik, werden Näherungsverfahren empfohlen. In diesen Fällen empfiehlt SKF, anfangs häufiger nachzuschmieren und die im Abschnitt Nachschmierverfahren empfohlene Fettmenge genau einzuhalten.

Vor dem jeweiligen Nachschmieren sollte jedoch der Zustand des Fetts hinsichtlich Verunreinigung durch Feststoffe und Wasser genau überprüft werden. Ebenso sollten die Dichtungen auf Verschleiß, Beschädigungen oder undichte Stellen hin überprüft werden. Wenn sich der Zustand des Fetts und der Umbauteile als ausreichend erweist, kann die Schmierfrist allmählich verlängert werden.

Dieses Näherungsverfahren wird auch für Lagerungen mit Axial-Pendelrollenlagern empfohlen sowie für solche Lagerungen, bei denen keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen, wie z.B. bei Prototypen oder bei neuen oder verbesserten Maschinen mit hoher Leistung.
Zylinderrollenlager
Die Schmierfristen nach (Diagramm 1), gelten für Zylinderrollenlager mit:
  • einem rollengeführten Käfig aus glasfaserverstärktem Polyamid 66, 66, Nachsetzzeichen P 
  • einem rollengeführten, zweiteiligen Kammdeckelkäfig aus Messing, Nachsetzzeichen M

Die aus Diagramm 1 ermittelten Schmierfristen sind zu halbieren und Schmierfette mit guter Ölabscheidung zu verwenden, wenn die Zylinderrollenlager bestückt sind mit:
  • einem rollengeführten Käfig aus Stahlblech, kein Nachsetzzeichen oder Nachsetzzeichen J 
  • einem innenring- oder außenringgeführten Käfig aus Messing, Nachsetzzeichen MA, MB, MH, ML oder MP
  • einem innenring- oder außenringgeführten Käfig aus Stahlblech, Nachsetzzeichen JA oder JB
Unzureichende Schmierfristen
Wenn in einem konkreten Lagerungsfall festgestellt wird, dass die ermittelten Schmierfristen tf zu kurz sind, empfiehlt SKF:
  • die Lagertemperatur zu prüfen,
  • das Fett auf Verunreinigungen durch Feststoffe oder Flüssigkeiten hin zu überprüfen,
  • die Betriebsbedingungen, wie Belastung oder Schiefstellung, zu überprüfen.
  • die Eignung des verwendeten Fetts prüfen und gegebenenfalls ein geeigneteres auswählen.
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