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Neues Leben für das Lido

SKF Planetenrollengewindetriebe Lido 1
Die neue Bühne wurde erstmalig im April 2015 in Betrieb genommen. Michaël Frument (links), technischer und kaufmännischer Leiter bei COMETE Industries, sowie Deborah Sulot und Lionel Dumas, Großkundenbetreuer bei SKF Frankreich, waren dabei.
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SKF stellte für COMETE vier Planetenrollengewindetriebe von acht Metern Länge bereit; einen für jede Ecke der Bühnenkonstruktion. Mit einem Gewicht von jeweils 700 Kilogramm gehören sie zu den längsten Rollengewindetrieben, die SKF Transrol im französischen Chambéry je gefertigt hat.
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Der Kronleuchter über der Bühne besteht aus 40.000 Glasperlen.
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Die Maschinerie der neuen Bühne nimmt 9,5 x 7,5 Meter ein und reicht zehn Meter unter den Zuschauerraum.
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Detail der Konstruktionsskizze.

2017 Februar 07, 10:00 CET

Das berühmte Pariser Cabaret Lido nahe des Triumphbogens benötigte für seine spektakulären Shows eine aufwendige neue Bühnenkonstruktion.

Schweinfurt, den 07. Februar 2017

Das Lido, das berühmte Cabaret an der Champs-Élysées, ist eine Pariser Legende. Seit fast 70 Jahren wird das Revue-Theater für seine exotischen, prächtigen Shows mit den spärlich bekleideten „Bluebell-Girls“ sowie die Auftritte großer Gesangsstars und anderer Künstler gefeiert.

Im Pariser Nachtleben ist das Lido deshalb der Inbegriff von Glitzer und Glamour. Um diesen Ruf beizubehalten, präsentiert es alle paar Jahre eine neue Show. Die jüngste Revue stammt vom Eventgestalter und Regisseur Franco Dragone, dem künstlerischen Leiter des Cirque du Soleil.

Vorausgegangen war eine umfassende Renovierung des Theaters, bei der die Bühnenkonstruktion komplett erneuert wurde, um die Sicherheit zu verbessern und neue Möglichkeiten für noch mehr Magie auf der Bühne zu schaffen: „Im Dezember 2012 wandte sich das Lido an uns mit der Bitte, eine Konstruktion für eine versenkbare Bühne zu konzipieren“, erklärt Michaël Frument, technischer und kaufmännischer Direktor bei COMETE Industries, einem Spezialisten für  Hub- und Förderlösungen mit Sitz nahe der französischen Stadt Lyon.

Zum Abheben
„Die Konstruktion umfasst zwei Bühnen, eine 50 Quadratmeter große Eisfläche und einen 80-Kubikmeter-Pool. Alles soll jederzeit nach Bedarf hochgefahren und wieder versenkt werden können. Wir hatten noch nie zuvor einen Mechanismus für ein Revue-Theater entwickelt. Deshalb war das für uns eine besondere Herausforderung“, so Frument weiter.

Der alte Hydraulikmechanismus der Bühne stammte aus den 1950er Jahren und wies Verschleißerscheinungen auf. Er war schwer zu handhaben und mehrmals modifiziert worden, um den Betrieb zu vereinfachen. Hinzu kam, dass er die strengen Sicherheitsstandards zum Schutz der Künstler nicht mehr erfüllte. „Eine der größten Schwierigkeiten bestand darin, eine reibungslose und präzise elektromechanische Lösung für einen solch begrenzten Raum zu schaffen“, erinnert sich der COMETE Industries-Direktor. „Die Bühnenmaschinerie nimmt 9,5 x 7,5 Meter ein und reicht zehn Meter unter den Zuschauerraum, aber das Theater hat eine ziemlich geringe Deckenhöhe. Wir hatten also nicht viel Spielraum!“

Ergo entschieden Frument & Co., die geplante Lösung zunächst im eigenen Werk zu errichten, um sie testen zu können. Zwischen Juni und November 2014 baute das Unternehmen einen Schiebebühnen-Mechanismus, der von vier 75-Kilowatt-Motoren – einem in jeder Ecke der Konstruktion – angetrieben und von vier SKF Planetenrollengewindetrieben mit einer Länge von acht Metern gehoben wird.

Gut versteckt
Die einzelnen Ebenen der Bühnenkonstruktion werden unter den Zuschauerraum geschoben, wenn sie nicht im Einsatz sind. COMETE weiß, was Präzision bedeutet. „Da wir ziemlich viel für die Atomindustrie arbeiten, sind wir auf Sicherheit und Zuverlässigkeit gedrillt“, meint Frument. „In dieser Branche kann man sich keine Fehler leisten.“ COMETEs Bühnenlösung ist ein Musterbeispiel für diese Präzision: Die Pool-Ebene wiegt 140 Tonnen und fügt sich dennoch mit einer Toleranz von drei Millimetern perfekt in die Konstruktion ein.

Vor Gebrauch gut getestet
Nachdem die Schiebebühne komplett zusammengebaut und umfassend getestet worden war, stand der Transport nach Paris an. Zu diesem Zweck wurde sie wieder zerlegt, in 170 Kartons verpackt und auf 25 Lastwagen zum Lido gebracht.

Die letzte Vorstellung auf der alten Bühne fand am 3. Dezember 2014 statt. Danach wurde das Revue-Theater zur Baustelle. Anfang März sollten die Proben für die neue Show beginnen. „Angesichts des engen Zeitfensters mussten wir extrem gut vorbereitet sein“, kommentiert Frument. „Tatsächlich waren wir ein ganzes Jahr mit Planen und Proben beschäftigt. Für die Montage hatten wir 21 Tage angesetzt, aber wir schafften es in 17. Das war ein großer Erfolg. Außerdem mussten wir vor Ort keine Änderungen mehr vornehmen, weil wir schon alles im Werk getestet hatten.“

Die Leitung des Lido ist von der neuen Show begeistert. „Das Lido ist ein legendäres und renommiertes Revue-Theater, das schon seit 1946 das Publikum begeistert“, sagt der Geschäftsführer, Hervé Duperret. „Über 300 Mitarbeiter sorgen jeden Abend dafür, dass sich der Vorhang für eine weitere magische Show hebt. Wir haben hier eine einzigartige Maschinerie. Die neue Revue, Paris Merveilles, wird noch lange laufen – zur Freude von fast einer halben Million Menschen, die jedes Jahr das Lido besuchen!“

Pressekontakt:
Dietmar Seidel, Leiter Technische Fachpresse Deutschland,
Tel.: +49 (0)9721 / 56 - 28 43, E-Mail: dietmar.seidel@skf.com

SKF ist ein weltweit führender Anbieter von Wälzlagern, Dichtungen, Schmiersystemen und Mechatronik-Bauteilen mit umfassenden Dienstleistungen in den Bereichen Technischer Support, Wartung und Instandhaltung sowie Engineering-Beratung und Training. Weltweit ist SKF in mehr als 130 Ländern präsent und arbeitet mit rund 17.000 Vertragshändlern zusammen. Der Umsatz der Unternehmensgruppe betrug im Jahr 2015 MSEK 75.997. Die Anzahl der Mitarbeiter lag bei 46.635. www.skf.de

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