Cookies auf der SKF Webseite

Mithilfe von Cookies stellen wir sicher, dass Sie unsere Webseiten und -anwendungen optimal nutzen können. Wenn Sie ohne Änderung Ihrer Browser-Einstellungen fortfahren, gehen wir davon aus, dass Sie der Nutzung von Cookies zustimmen. Natürlich können Sie Ihre Browser-Einstellungen bezüglich Cookies jederzeit ändern.

Berührende Dichtungen

Die vier gebräuchlichsten SKF Berührungsdichtungen sind:
Ausschlaggebend für die Wahl der zweckmäßigen Dichtung für einen bestimmten Einbaufall sind ihr Hauptzweck (Schmierstoffe zurückhalten bzw. Verunreinigungen ausschließen), der Schmierstoff (Öl, Fett oder sonstiges) und die Betriebsbedingungen (Drehzahlen, Temperaturen oder der Grad der Verunreinigung).

Radial-Wellendichtringe

Radial-Wellendichtringe Bild 1 und 2) werden hauptsächlich für die Abdichtung ölgeschmierter Lager verwendet. Wellendichtringe sind einbaufertige Dichtungen aus einem Elastomer-Werkstoff, die normalerweise metallisch versteift sind und deren Dichtlippe meist durch eine Zugfeder belastet wird, die die Dichtlippe gegen die Gegenlauffläche auf der Welle drückt. Die Radial-Wellendichtringe können je nach Werkstoff und abzudichtendem Medium normalerweise bei Temperaturen zwischen –60 und +190 °C eingesetzt werden.
Der Kontaktbereich von Dichtlippe und Gegenlauffläche bestimmt die Dichtwirkung. Die Oberflächenhärte der Gegenlauffläche sollte bei einer Tiefe von mind. 0,3 mm mindestens 55 HRC betragen. Erforderlich ist außerdem eine Oberflächenrauheit nach ISO 4288:1996, entsprechend den Richtlinien von Ra = 0,2 bis 0,8 μm. Bei Anwendungsfällen mit niedrigen Drehzahlen, guten Schmierbedingungen und geringer Verschmutzung kann eine geringere Oberflächenhärte ausreichend sein. Um eine unerwünschte Pumpwirkung durch schraubenförmige Schleifriefen zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Lauffläche im Einstichverfahren zu schleifen.
Wenn hauptsächlich Schmierstoffaustritt aus dem Gehäuse verhindert werden soll, wird der Wellendichtring mit nach innen gerichteter Dichtlippe eingebaut (Bild 1). Zum Schutz gegen eindringende Verunreinigungen soll dagegen die Dichtlippe nach außen gerichtet sein (Bild 2).

V-Ringdichtungen

V-Ringdichtungen (Bild 3) können sowohl bei Fett- als auch bei Ölschmierung verwendet werden. Der gummielastische Ringkörper der Dichtung sitzt fest auf der Welle und läuft mit dieser um, während die Dichtlippe axial unter leichtem Druck an der Gegenlauffläche auf dem stillstehenden Maschinenteil anliegt. Die V-Ringdichtung kann je nach Werkstoff bei Temperaturen zwischen –40 und +150 °C eingesetzt werden. Sie ist einfach zu montieren und lässt bei niedrigen Drehzahlen relativ große Schiefstellungen der Welle zu.
Für die Gegenlauffläche genügt ein Mittenrauwert Ra = 2 bis 3 µm. Bei Umfangsgeschwindigkeiten ab etwa 8 m/s muss die V-Ringdichtung auf der Welle axial festgelegt sein. Bei Umfangsgeschwindigkeiten über 12 m/s ist zusätzlich eine Sicherung gegen Abheben von der Welle erforderlich, z.B. durch einen Stützring aus Stahlblech. Wenn die Umfangsgeschwindigkeit 15 m/s übersteigt, hebt die Dichtlippe von der Gegenlauffläche ab, wodurch die Berührungsdichtung zur Spaltdichtung wird.
Die gute Dichtwirkung der V-Ringdichtung beruht vor allem darauf, dass der Ringkörper als Schleuderscheibe wirkt und Schmutz und Flüssigkeiten abschleudert. Daher wird der V-Ring bei Fettschmierung meist auch an der Außenseite, bei Ölschmierung dagegen an der Innenseite des Gehäuses angeordnet. Als Vorschaltdichtungen verhindern V-Ringe, dass die eigentliche Dichtung zu sehr durch Verunreinigungen und Feuchtigkeit beaufschlagt wird.

Klemmbare Axialdichtungen

Klemmbare Axialdichtungen (Bild 4) sind speziell als Vorschaltdichtung bei großen Durchmessern für Einbaufälle bestimmt, bei denen die Hauptdichtung gegen übermäßige Beanspruchung geschützt werden muss. Sie werden mit Hilfe von Spannbändern auf einer Sitzfläche am nicht umlaufenden Maschinenteil befestigt und dichten axial gegen eine umlaufende Gegenlauffläche ab. Für diese Dichtungsart reichen fein gedrehte Anlaufflächen mit einem Mittenrauwert Ra = 2,5 μm

Gleitringdichtungen

Gleitringdichtungen (Bild 5) eignen sich zur Abdichtung von fett- oder ölgeschmierten Lagerstellen bei relativ niedrigen Umfangsgeschwindigkeiten in schwierigstem Umfeld. Sie bestehen aus zwei Gleitringen aus Stahl mit feinst bearbeiteten Dichtflächen und zwei Kunststofftellerfedern (Belleville-Federn), die die Gleitringe in der Aufnahmebohrungen der Gegenstücke fixieren und für die erforderliche Vorspannkraft auf die Dichtflächen sorgen. An die Passflächen in der Gehäusebohrung werden keine besonderen Forderungen gestellt.

Andere Dichtungen

Filzdichtungen (Bild 6) werden vor allem bei Fettschmierung verwendet. Diese Art einer Berührungsdichtung ist einfach, billig und für Umfangsgeschwindigkeiten bis 4 m/s und Betriebstemperaturen bis 100 °C geeignet. Die Gegenlaufflächen müssen geschliffen sein, ihr Mittenrauwert Ra ≤ 3,2 μm sein. Die Dichtwirkung einer Filzdichtung kann durch einen vorgeschalteten einfachen Labyrinthring erheblich verbessert werden. Vor dem Einlegen in die Gehäusenut sind Filzringe oder -streifen in etwa 80 °C warmem Öl zu tränken.
Federnde Abdeckscheiben (Bild 7) ergeben eine einfache, billige und platzsparende Dichtung für fettgeschmierte, nicht winkelbewegliche Lager, insbesondere Rillenkugellager. Die Abdeckscheiben werden entweder gegen den Außenring oder den Innenring festgespannt und liegen am anderen Lagerring axial federnd an. Nach einer bestimmten Einlaufzeit wird diese Berührungsdichtung zu einer Spaltdichtung mit sehr enger Spaltbreite.
Weitergehende Informationen über das Gesamtsortiment an SKF Industriedichtungen stehen zur Verfügung unter Wellendichtungen.
SKF logo