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Montage von Lagern mit zylindischer Bohrung

Bei selbsthaltenden Lagern wird im Allgemeinen zuerst der Ring eingebaut, der die festere Passung hat.

Mechanische Montage

Wenn die Passung nicht fest genug ist, können kleine Lager mit leichten Hammerschlägen gegen eine, am einzubauenden Lagerring anliegende Hülse in ihre Position getrieben werden. Damit das Lager nicht eckt, sind die Schläge ringsherum zu führen. Wird anstelle der Hülse ein Lager-Einbauwerkzeug (Bild 1) oder eine Schlagkappe (Bild 2) verwendet, ist ein zentrischer Kraftangriff sichergestellt.
Die Montage von Lagern in größeren Stückzahlen wird meist auf Pressen durchgeführt.
Wenn ein selbsthaltendes Lager gleichzeitig auf die Welle und in die Gehäusebohrung gepresst wird, muss die Einbaukraft gleichmäßig auf beide Ringe verteilt werden und die Anlageflächen des Einbauwerkzeugs müssen in einer Ebene liegen. In diesem Fall sollte, wenn immer möglich, der SKF Lager-Einbauwerkzeugsatz (Bild 1) verwendet werden.
Bei winkelbeweglichen Lagern verhindert eine vor das Lager gesetzte Montagescheibe, dass der Lageraußenring ausschwenken oder verkanten kann, wenn das Lager zusammen mit der Welle in die Gehäusebohrung eingeführt wird (Bild 3). Bei einigen mittelgroßen Pendelkugellagern der Reihen 12 und 13 steht der Kugelsatz seitlich etwas aus dem Lager hervor. Dies ist bei der Montage dieser Lager zu berücksichtigen.
Bei nicht selbsthaltenden Lagern werden der Innen- und der Außenring getrennt voneinander eingebaut. Dies vereinfacht den Einbau insbesondere dann, wenn beide Ringe eine feste Passung haben müssen. Um Schürfmarken auf den Laufbahnen zu vermeiden, ist beim Zusammenbau von Welle mit dem freien Lagerring und dem Gehäuse mit Außenring und Rollensatz besonders sorgfältig darauf zu achten, dass die Welle beim Einführen in den Rollensatz nicht verkantet wird. Bei der Montage von Zylinder- oder Nadelrollenlagern mit einem bordlosen Innenring oder mit nur einem Bord sollte eine Führungshülse verwendet werden (Bild 4). Der Außendurchmesser der Führungshülse muss dem Laufbahndurchmesser des Innenrings entsprechen und bei Zylinderrollenlagern nach Toleranz d10 (Zylinderrollenlager) bzw. bei Nadellagern nach Toleranz 0/-0,025 mm bearbeitet sein.

Montage im angewärmten Zustand

Größere Lager können in der Regel nicht im kalten Zustand eingebaut werden, weil mit zunehmender Lagergröße die erforderlichen Einbaukräfte stark ansteigen.
Die für die Montage erforderliche Temperaturdifferenz zwischen Lagerring und Gegenstück richtet sich nach dem Passungsübermaß und dem Durchmesser des Lagersitzes. Allerdings sollen offene Lager nicht über 120 °C erwärmt werden. Lager mit Deck- oder Dichtscheiben empfiehlt SKF nicht über 80 °C anzuwärmen. Sollten höhere Anwärmtemperaturen erforderlich sein, ist darauf zu achten, dass die für Fettfüllung und Dichtung zulässigen Temperaturobergrenzen nicht überschritten werden.
Beim Anwärmen der Lager sind örtliche Überhitzungen zu vermeiden. Mit den elektrischen SKF Induktionsanwärmgeräten (Bild 5) lässt sich eine zuverlässige, gleichmäßige Anwärmung erzielen. Bei der Verwendung von Anwärmplatten müssen die Lager mehrmals gewendet werden. Die Dichtungen abgedichteter Lager dürfen die Anwärmplatte nicht berühren. Zwischen Anwärmplatte und Lagerinnen- oder außenring ist ein Ring anzuordnen.
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