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Dichtungslösungen

Alle SKF Y-Lager sind serienmäßig beidseitig mit Dicht- oder Deckscheiben bestückt. Zusätzliche äußere Dichtungen sind in den bei Y-Lagern bzw. Y-Lagereinheiten üblichen Anwendungsbereichen nicht erforderlich. Um einen möglichst weiten Anwendungsbereich abzudecken, stehen die Y-Lager mit unterschiedlichen Dichtungen zur Verfügung.
Standarddichtungen
Die Standarddichtungen für Y-Lager bestehen aus einer gepressten Stahlblechscheibe, auf deren Innenseite eine Dichtlippe aus Acrylnitril-Butadien-Kautschuk (NBR) anvulkanisiert ist (Bild 1; das Nachsetzzeichen VP274 gilt für Lager mit einem Standard-Innenring, die anderen Y-Lager haben kein Nachsetzzeichen). Die Stahlblechscheibe bildet einen engen Dichtspalt mit der zylindrischen Mantelfläche des Innenrings und schützt die Dichtlippe vor gröberen Verunreinigungen.
Standarddichtungen mit vorgeschalteter Schleuderscheibe
Für den Einsatz in stärker verunreinigter Umgebung werden die Y-Lager mit Standarddichtung und vorgeschalteten Schleuderscheiben empfohlen (Bild 2, Nachsetzzeichen 2F). Die Schleuderscheiben sind aus Stahlblech bzw. aus nichtrostendem Stahlblech gefertigt. Sie sind mit fester Passung auf dem Innenring angeordnet und verbessern wesentlich die Dichtwirkung, ohne die Reibung zu erhöhen. Es sind nur die Lager mit beidseitig verbreitertem Innenring mit dieser Mehrfachdichtung lieferbar.
Mehrfachdichtungen
Für Lagerungen, die unter schwierigsten Verhältnissen betriebssicher laufen müssen, werden die Y-Lager mit hochwirksamer Mehrfachdichtung empfohlen (Bild 3, Nachsetzzeichen 2RF). Bei dieser Dichtung weist die vor der Standarddichtung angeordnete Schleuderscheibe an der Innenseite noch eine anvulkanisierte Dichtlippe aus Acrylnitril-Butadien-Kautschuk (NBR) auf, die zusätzlich axial gegen die Stahlblechscheibe der Standarddichtung abdichtet. Zur Verstärkung der Dichtwirkung ist der Raum zwischen der Dichtlippe und der Hauptdichtung außerdem mit Fett gefüllt. Es sind nur die Lager mit beidseitig verbreitertem Innenring mit dieser Mehrfachdichtung lieferbar.
Fünflippen-Dichtungen
Für Lagerungen in extrem verunreinigter Umgebung, wie sie z.B. in Landmaschinen anzutreffen sind, werden Y-Lager mit der patentierten Fünflippen-Dichtung empfohlen (Bild 4). Die Dichtung besteht aus einer Stützscheibe aus Stahlblech mit einer daran anvulkanisierten Fünflippen-Berührungsdichtung aus reibungsarmem Acrylnitril-Butadien-Kautschuk-Verbundwerkstoff. Die Stützscheiben aus Stahlblech sitzen fest in Eindrehungen am Außenring und schützen die Dichtlippen gegen mechanische Beschädigungen. Jede der 5 Lippen ist unterschiedlich ausgeführt. Im Verbund ergeben sie eine hochwirksame Abdichtung, die den unterschiedlichsten Betriebsanforderungen genügt, selbst bei dynamischen Schiefstellungen. Die äußere und die innere Dichtlippe wirken als Vorschaltdichtungen und verhindern den Zutritt von Verunreinigungen bzw. halten das Schmierfett im Lager zurück. Die drei inneren Dichtlippen berühren unter leichtem Anpressdruck die Innenringschulter.
RS1 Dichtungen

Y-Lager mit normalem Innenring sind standardmäßig mit einer RS1-Dichtung auf beiden Seiten ausgestattet. Diese Berührungsdichtungen aus Acrylnitril-Butadien-Kautschuk (NBR) wurden für die SKF Standard-Rillenkugellager entwickelt und sind mit einer inneren Stahlblecharmierung (Bild 5, Nachsetzzeichen 2RS1) versehen. Sie sitzen fest im Außenring und bilden mit der Innenringschulter eine Berührungsdichtung.

Y-Lager mit normalem Innenring mit dem Nachsetzzeichen VP274 sind mit Standarddichtungen ausgestattet.

Deckscheiben
Auf Anforderung können die Y-Lager auch mit Deckscheiben an beiden Seiten geliefert werden. Die Deckscheiben aus Stahlblech sitzen fest im Außenring und bilden mit der Innenringschulter einen engen berührungsfreien Dichtspalt (Bild 6). Die Lager sind durch das Nachsetzzeichen VP076 gekennzeichnet. Diese Y-Lager wurden für Lagerungen konzipiert, die in leicht verunreinigter Umgebung besonders reibungsarm laufen sollen. Nicht geeignet sind sie für Lagerungen in einem feuchten Umfeld.
Schmierfette für abgedichtete Lager

SKF Y-Lager werden in Abhängigkeit von der Lagerreihe mit unterschiedlichen Schmierfetten befüllt. Dies ist bei

  • den Y-Lagern mit verzinkten Lagerringen bzw. den Y-Lagern aus nichtrostendem Stahl
    → lebensmittelverträgliches Schmierfett GFJ
    Dieses Schmierfett erfüllt die Anforderungen der Richtlinien aus Abschnitt 21 CFR 178.3570 der Vorschriften der US-Lebensmittelaufsichtbehörde FDA. Es wurde vom USDA (United States Department of Agriculture) für die Kategorie H1 „gelegentlicher Kontakt mit Lebensmitteln“ zugelassen.
  • allen übrigen Y-Lagern
    → Standard-Schmierfett VT307

Die Eigenschaften der verschiedenen Schmierstoffe sind in Tabelle 1 angegeben.

Gebrauchsdauer der Schmierfette in Y-Lagern

Die Gebrauchsdauer der Schmierfette in Y-Lagern kann entsprechend den nachfolgenden Angaben ermittelt werden. Die Gebrauchsdauer der Schmierfette in Y-Lagern entspricht der Gebrauchsdauer L10 und gibt den Zeitpunkt an, an dem noch 90 % der Lager zuverlässig geschmiert sind. Falls die Betriebsbedingungen eine Nachschmierung erforderlich machen, können die Schmierfristen gemäß den Angaben unter Schmierfristen bestimmt werden. Weiterführende Informationen enthält der Abschnitt Nachschmierung.

Die Gebrauchsdauer der Schmierfette in Y-Lagern hängt von der Betriebstemperatur und dem zulässigen Drehzahlkennwert ab. Sie lässt sich mithilfe von Diagramm 1 bestimmen.

Die für die Fettgebrauchsdauer ermittelten Werte gelten unter der Voraussetzung:

  • waagerecht angeordnete Welle
  • leichte bis moderate Belastungen (P ≤ 0,05 C)
  • stationäre Maschine
  • schwingungsarmer Betrieb

Bei abweichenden Betriebsbedingungen ist die aus den Diagrammen ermittelte Gebrauchsdauer zu reduzieren, und zwar:

  • bei vertikaler Wellenanordnung um 50 %
  • bei höheren Belastungen (P > 0,05 C) um die in Tabelle 2 angegebenen Reduktionsfaktoren.

Die zur Minderung der Fettgebrauchsdauer gemachten Angaben sind Anhaltswerte. Schwingbeanspruchungen beeinflussen ebenfalls die Schmierfettgebrauchsdauer. Das Ausmaß ist nicht genau quantifizierbar, macht sich aber in steigenden Betriebstemperaturen bemerkbar. Weiterführende Informationen enthält der Abschnitt Geeignete Schmierverfahren. Sie können sich auch direkt beim Technischen SKF Beratungsservice erkundigen.

Nachschmierung

Die Nachschmierung der Y-Lager erübrigt sich, wenn die Schmierfettgebrauchsdauer (s. Gebrauchsdauer der Schmierfette in Y-Lagern) die erweiterte SKF Lebensdauer des Lagers (s. Bestimmung der Lagergröße) übersteigt.

Um die Lagergebrauchsdauer voll nutzen zu können, ist jedoch Nachschmierung für den Fall vorzusehen, dass die Lager:

  • starker Feuchtigkeit oder auch stärkeren Verunreinigungen ausgesetzt sind,
  • normale bis hohe Belastungen aufzunehmen haben,
  • lange bei hohen Drehzahlen oder bei Temperaturen über 55 °C laufen.
  • hohen Schwingbeanspruchungen ausgesetzt sind.

Zur Nachschmierung sind in Abhängigkeit von den jeweiligen Y-Lagern unterschiedliche Schmierfette geeignet: Dies ist bei

  • den Y-Lagern mit verzinkten Lagerringen bzw. den Y-Lagern aus nichtrostendem Stahl
    → lebensmittelverträgliches Schmierfett SKF LGFP 2
  • allen übrigen Y-Lagern
    → SKF Schmierfett LGWA 2, LGMT 2 oder LGMT 3

Falls die Betriebsbedingungen eine Nachschmierung erforderlich machen, können die Schmierfristen gemäß den Angaben unter Schmierfristen bestimmt werden.

Beim Nachschmieren sollte das Fett langsam eingepresst werden, und zwar bei laufendem Lager, bis frisches Fett an den Dichtungen austritt. Übermäßiger Druck ist zu vermeiden, da sonst die Dichtungen beschädigt werden können. Werden Maschinen und Geräte nur über einen gewissen Zeitraum benutzt, so empfiehlt es sich, die Y- Lager am Ende jeder Betriebsperiode, d.h. unmittelbar vor der vorübergehenden Stilllegung, nachzuschmieren.

Nachschmiermöglichkeiten

Der Außenring der SKF Y-Lager ist standardmäßig mit Schmierbohrungen versehen, die ihre einfache Nachschmierung möglich machen. Die beiden Schmierbohrungen sind um 120° versetzt und beidseits der Laufrille im Außenring angeordnet. Auf Anforderung können die Lager beider Reihen auch ohne Schmierbohrungen geliefert werden. Diese Lager sind dann durch das Nachsetzzeichen W gekennzeichnet.

Von der Standardausführung abweichend haben die:

  • Y-Lager aus nichtrostendem Stahl mit Gewindestiftbefestigung eine Umfangsnut mit nur einer Schmierbohrung im Außenring. Diese Nut im Außenring befindet sich gegenüber der Seite mit den Gewindestiften im Innenring.
  • Y-Lager mit normalem Innenring ohne das Nachsetzzeichen B und Y-Lager mit Fünflippen-Dichtungen sind auf Lebensdauer geschmiert und nicht nachschmierbar. Sie weisen keine Schmierbohrungen auf.
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