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Montage

Geschicklichkeit und Sauberkeit sind wichtige Aspekte beim Einbau von Gelenklagern und Gelenkköpfen, wenn eine maximale Gebrauchsdauer erreicht werden und der vorzeitige Lagerausfall verhindert werden soll.
Gelenklager und Gelenkköpfe sind erst unmittelbar vor dem Einbau auszupacken, damit das Verschmutzungsrisiko niedrig bleibt. Sollten Lagerkomponenten dennoch schmutzig werden (z. B. infolge unsachgemäßer Behandlung oder aufgrund von Verpackungsschäden), sind sie mit einem fusselfreien Tuch abzuwischen.
Die Gleitflächen von Gelenklagern sind aufeinander abgestimmt, um günstige Reibungs- und Verschleißeigenschaften zu erreichen. Änderungen an den Gleitflächen können die Lagergebrauchsdauer reduzieren. Zu solchen Änderungen gehört auch das Abspritzen der Gleitflächen, das Auftragen von Lösungsmitteln, Reinigungsmitteln, Ölen und ähnlichen Medien.
Alle Anschlussteile müssen sauber und gratfrei sein. Die Maßgenauigkeit anliegender Komponenten sollte vor dem Einbau überprüft werden.

Gelenklager

Bei Gelenklagern mit geteiltem Außenring muss das Gelenk 90° zur Belastungsrichtung ausgerichtet werden (Bild 1), da sich sonst die Gebrauchsdauer verkürzt.
Stahl- oder Kunststoffbänder, die die Gelenklager-Außenringe zusammenhalten, dürfen nicht vor dem Einbau entfernt werden. Die Bänder liegen in einer Umfangsnut und ragen nicht über den Außendurchmesser hinaus.
Axial geteilte Gelenklager-Außenringe, die verschraubt sind, müssen in diesem Zustand (d. h. ohne Lösen der Schrauben) eingebaut werden.

Montage

Folgende Werkzeuge sind für den Einbau von Gelenklagern geeignet:

  • Einpressdorn (Bild 2) oder aufgesetztes Rohr. Der Ring mit fester Passung wird meist zuerst eingebaut.
  • Dorn mit zwei Anlaufflächen (Bild 3) für die gleichzeitige Montage des Lagers auf der Welle und im Gehäuse.
  • Bei großen Lagern können geeignete Einbauwerkzeuge in Kombination mit einer Presse verwendet werden (Bild 4).

Beim Einbau von Gelenklagern ist Folgendes zu beachten:

  • Nie mit dem Hammer oder Austreiber das Lager auf die Welle treiben, da sonst die Ringe beschädigt werden können (Bild 5).
  • Die Einbaukraft darf niemals direkt auf die Gleitflächen wirken (Bild 6). Dadurch könnten die Gleitflächen beschädigt bzw. geteilte Außenringe aufgeweitet werden, wodurch sich die erforderliche Einbaukraft erhöhen würde.

Einbau im angewärmten Zustand

Lager mit großem Durchmesser können i. d. R. nicht bei Raumtemperatur eingebaut werden, da die erforderliche Einbaukraft mit der Lagergröße erheblich zunimmt. Daher empfiehlt SKF folgende Vorgehensweise:

  • Lager vor dem Einbau anwärmen (Bild 7)
  • ungeteilte Gehäuse vor dem Einsetzen des Lagers anwärmen
Für den Lagereinbau auf einer Welle ist eine Differenz von 60 bis 80 °C zwischen Umgebungstemperatur und dem angewärmten Innenring meist ausreichend. Bei Gehäusen hängt die erforderliche Temperaturdifferenz von der Passungsfestigkeit und dem Sitzdurchmesser ab. Oft reicht eine mäßige Temperaturerhöhung aus. Beim Anwärmen des Lagers dürfen die Temperaturgrenzen der Dichtungen und aller anderen zugehörigen Komponenten nicht überschritten werden.
Als gleichmäßige und risikofreie Wärmequelle bietet sich ein Induktions-Anwärmgerät an. SKF Induktions-Anwärmgeräte haben mehrere Vorteile. Sie erwärmen das Lager schnell und der eingebaute Thermostat verhindert Überhitzung. Nichtmetallische Komponenten wie Dichtungen und PTFE-Gewebe bleiben kalt (genauso wie das Anwärmgerät). SKF Induktions-Anwärmgeräte entmagnetisieren automatisch das Lager nach dem Anwärmen. Ein Lagereinbau durch Abkühlen von Welle oder Lager wird nicht empfohlen, da die niedrigen Temperaturen zwangsläufig zu Kondensation führen, wodurch das Korrosionsrisiko zunimmt.
Der Einbau angewärmter Großlager kann durch Stropps und Hebezeug erleichtert werden. Die Stropps, die aus Metall oder Gewebe bestehen können, werden um den Außenring gelegt. Eine Feder zwischen Traghaken und Stropp verbessert das Handling (Bild 8).

ACHTUNG:

Wartungsfreie Gelenklager und Gelenkköpfe enthalten PTFE und dürfen keinen Temperaturen über +280 °C ausgesetzt werden. PTFE bleibt unter dieser Temperatur vollständig inert, zersetzt sich aber bei 320 °C schnell. Die dabei freigesetzten Fluorverbindungen sind auch in kleinsten Mengen hochtoxisch und können zu schweren Verletzungen führen. Einmal überhitztes Material bleibt auch nach dem Abkühlen gefährlich.
Beim Umgang mit angewärmten Teilen sind wärmebeständige Schutzhandschuhe zu tragen.

Gelenkköpfe

Gelenkköpfe werden genauso wie Gelenklager auf Zapfen und Wellen montiert. Durch leichtes Anwärmen wird die erforderliche Einbaukraft reduziert und das Beschädigungsrisiko für die Anbauteile verringert.

Gelenkköpfe auf Gewindestangen oder in Verlängerungsrohren sind durch eine zusätzliche Gegenmutter auf dem Gelenkkopf oder auf dem Außengewinde des Gelenkkopfs zu sichern (Bild 9). Die Gegenmutter ist fest anzuziehen.

SKF Explorer Stahl/Stahl-Gleitlager

SKF Explorer Stahl/Stahl-Gleitlager sollten nicht geschmiert werden1). Die Lager werden vor der Auslieferung unter Reinraumbedingungen geschmiert. Durch Einbringen fremden Schmierfetts würde sich die Wirksamkeit des tribologischen Systems verringern. Beim Einbau darf das Lager nicht so stark geschwenkt werden, dass Fett aus dem Lager läuft.

Hinweis:

Für den Ein- und Ausbau von Lagern bietet SKF ein umfangreiches Sortiment an mechanischen und hydraulischen Werkzeugen und Anwärmgeräten an. Weitere Informationen finden Sie unter www.skf.com/maintenance-products.
  1. 1)Die Lager sind aus fertigungstechnischen Gründen trotzdem mit Schmierlöchern ausgestattet. Lager nicht mit Fett schmieren! Durch das Schmieren oder Nachschmieren wird der wartungsfreie Betrieb der Lager gefährdet und die SKF Gebrauchsdauerzusicherung ungültig.
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