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Ausbau

Performance and operating conditionsBearing type and arrangementBearing sizeLubricationOperating temperature and speedBearing interfacesBearing executionSealing, mounting and dismounting

Es können mehrere Gründe vorliegen, warum Lager ausgebaut werden müssen. Beispielsweise können die Lager ausgetauscht werden müssen oder aber sie behindern den Ausbau dahinter angeordneter Bauteile. Wenn die Lager nach dem Ausbau wieder verwendet werden sollen, dürfen die Ausbaukräfte niemals über die Wälzkörper geleitet werden.
Bei nicht selbsthaltenden Lagern kann der Ring mit den Wälzkörpersatz und der freie Lagerring unabhängig voneinander ausgebaut werden Bei selbsthaltenden Lagern sollte zuerst der Ring mit der losen Passung von seinem Sitz abgezogen werden. Zum Ausbau von Lagern mit fester Passung werden die im Folgenden näher beschriebenen Werkzeuge und Hilfsmittel verwendet. Die Wahl der Werkzeuge hängt ab von der Lagerart, der Lagergröße und der Festigkeit der Passung (→ SKF Verfahren und Werkzeuge [PDF]). Hinsichtlich der Lagergrößen wird unterschieden zwischen:
  • kleinen Lagern → d ≤ 80 mm 
  • mittleren Lagern → 80 mm < d < 200 mm 
  • großen Lagern → d ≥ 200 mm
Ausbau von Lagern mit zylindrischer Bohrung

Ausbau im kalten Zustand

Kleine Lager können mit einem Hammer und einem Metalldorn durch leichte, ringsherum geführte Schläge gegen eine der Ringseitenflächen von ihrem Sitz getrieben oder besser noch mit einem mechanischen Abzieher abgezogen werden. Die Abzieher sollen unmittelbar an der Seitenfläche des auszubauenden Rings oder an einem dahinterliegenden Einbauteil angesetzt werden (Bild 1). Der Ausbau gestaltet sich einfacher, wenn in den Wellen- und Gehäuseschultern Nuten für Abziehwerkzeuge vorgesehen wurden oder Gewindebohrungen im Gehäuse für Abdrückschrauben vorhanden sind (Bild 2).

Für große, mit fester Passung eingebaute Lager sind im Allgemeinen größere Ausbaukräfte erforderlich. In solchen Fällen empfiehlt SKF die Verwendung von hydraulisch betätigten Werkzeugen und/oder das Druckölverfahren. Die für das Druckölverfahren erforderlichen Ölzuführbohrungen und Ölverteilungsnuten müssen allerdings bereits bei der Konstruktion vorgesehen werden (Bild 3).

Ausbau im angewärmten Zustand

Anwärmen ist ein geeignetes Verfahren, um die Innenringe von Nadellagern und von Zylinderrollenlagern der Bauformen NU, NJ und NUP auszubauen. Die zwei hierfür gebräuchlichsten Werkzeuge sind die Thermo-Abziehringe und die einstellbaren Induktions-Anwärmgeräte.

Thermo-Abziehringe kommen normalerweise zum Einsatz, wenn die Innenringe von kleinen bis mittleren Lagern ausgebaut aber auch eingebaut werden. Sie bestehen aus Leichtmetall und haben eine, auf einen bestimmten Laufbahndurchmesser abgestimmte Bohrung, sind radial geschlitzt und mit wärmeisolierten Handgriffen versehen (Bild 4).

Der Einsatz der verstellbaren elektrischen Abziehvorrichtungen ist vor allem dann wirtschaftlich, wenn Innenringe häufig ausgebaut aber auch eingebaut werden müssen. Diese, auf bestimmte Durchmesserbereiche abgestimmten Anwärmgeräte (Bild 5) erwärmen den Ring sehr rasch, ohne die Welle zu erwärmen.

Für den Ausbau der Innenringe großer Zylinderrollenlager (Bild 6) wurden spezielle, nicht verstellbare Induktions-Anwärmgeräte entwickelt.

Die erwähnten Induktions-Anwärmgeräte und Thermo-Abziehringe sind von SKF lieferbar. Ausführliche Informationen sind zu finden im Abschnitt Instandhaltungsprodukte und im SKF Service-Handbuch.

WARNUNG

Feuergefahr. Niemals offene Flammen zum Ausbau von Lagern im angewärmten Zustand einsetzen.

Ausbau von Lagern auf kegeligem Wellenzapfen
Kleine und mittlere Lager auf kegeligem Wellenzapfen können mit mechanischen bzw. hydraulischen Abziehern, die am Innenring angreifen, ausgebaut werden. Vorzugsweise sollten selbstzentrierende Abzieher verwendet werden, um den Ausbau zu vereinfachen und Beschädigungen am Lagersitz zu vermeiden. In Fällen, bei denen keine Möglichkeit zum Ansetzen an der Seitenfläche des Innenrings besteht, kann das Lager auch über den Außenring oder mit Hilfe eines Abziehers mit vorgeschaltetem Trennstück abgezogen werden (Bild 7).

Der Ausbau von mittleren und großen Lagern wird durch das Druckölverfahren wesentlich erleichtert und gleichzeitig sicherer. In diesem Fall wird Öl unter hohen Druck über eine Ölzuführbohrung und eine Ölverteilungsnut zwischen die kegeligen Passflächen gepresst, bis sich ein trennender Ölfilm zwischen den beiden Passflächen bildet, der das Lager vom Wellenzapfen gleiten lässt (Bild 8).

WARNUNG

Lager auf kegeligem Wellenzapfen lösen sich schlagartig bei ihrem Ausbau. Um der Gefahr von Verletzungen vorzubeugen, muss deshalb hier ein Anschlag, z. B. in Form einer Wellenmutter oder Endscheibe, vorhanden sein, der das Abgleiten des Lagers vom Wellenende verhindert.

Ausbau von Lagern auf Spannhülse
Kleinere Lager auf Spannhülse und glatter Welle können, nach Lösen der Hülsenmutter um ein paar Umdrehungen, durch leichte Schläge auf ein Schlagstück, das gegen die Innenringseitenfläche anliegt und ringsherum geführt wird, von der Spannhülse getrieben werden (Bild 9).

Kleinere Lager auf Spannhülse, die auf abgesetzter Welle gegen einen Abstützring eingebaut sind, können, nach Lösen der Spannhülsenmutter um ein paar Umdrehungen, durch kräftige Hammerschlägen auf eine Schlagkappe ausgebaut werden, die gegen die Hülsenmutter angesetzt ist (Bild 10).

Der Ausbau von Lagern auf Spannhülse und abgesetzter Welle mit Abstützring lässt sich erfahrungsgemäß am einfachsten mit einer Hydraulikmutter bewerkstelligen. Um dieses Verfahren anwenden zu können, sollte jedoch ein geeigneter Anschlag für den Kolben der Hydraulikmutter auf der Welle angeordnet werden (Bild 11). Wenn die Spannhülse mit Ölzuführbohrungen und Ölverteilungsnuten ausgestattet ist, kann der Ausbau mit dem Druckölverfahren weiter vereinfacht werden.

Ausbau von Lagern auf Abziehhülse
Beim Ausbau von Lagern auf Abziehhülsen wird zunächst die zur axialen Befestigung angebrachte Wellenmutter oder Endscheibe entfernt.

Kleine und mittlere Lager können mit einer Wellenmutter und einem entsprechenden Haken- oder Schlagschlüssel gelöst werden (Bild 12).

Mittlere und große Lager auf Abziehhülse werden vorzugsweise mit einer Hydraulikmutter ausgebaut.

Abziehhülsen mit Bohrungsdurchmesser ≥ 200 mm sind serienmäßig mit zwei Ölzuführbohrungen und Ölverteilungsnuten in der Bohrung und am Manteldurchmesser versehen. Um das Druckölverfahren anwenden zu können, sind zwei Ölpumpen bzw. Ölinjektoren und entsprechend lange Hochdruckschläuche erforderlich (Bild 13).

WARNUNG

Um der Gefahr von schweren Verletzungen vorzubeugen, muss ein Anschlag hinter der Hydraulikmutter, z.B. in Form einer Endscheibe, vorhanden sein (Bild 14), um bei schlagartigem Lösen der Abziehhülse zu verhindern, dass Abziehhülse mit Hydraulikmutter ganz vom Wellenzapfen abgleiten.

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